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27. September 2021

„Wer beim Wandern nicht zurückblickt, hat nur die Hälfte des Weges gesehen“

„Wer beim Wandern nicht zurückblickt, hat nur die Hälfte des Weges gesehen“

Geschafft. Ungefähr 650 Kilometer liegen von meiner Haustür in Köln bis nach Berlin bis vor den Reichstag hinter mir, die Schuhe abgelaufen, der Anzug verschwitzt und abgetragen, das Schild verkratzt. Viele Menschen, denen ich unterwegs begegnet bin, haben sich irritieren lassen von dem widersprüchlichen Anblick des schwer beladenen Anzugträgers zwischen Wahlkämpfer und Sensenmann auf dem Kreuzweg und sich auf Gespräche und Diskussionen auf vielfältigste Weise eingelassen. Die Figur war Anlaufstelle für viele Menschen, die sich geöffnet und gezeigt haben, ich war Anlaufstelle für viel Schmerz und Leid in diesen Zeiten, in denen die Menschen oft nicht mehr weiter wissen zwischen dem Willen, alles richtig zu machen und nicht zu wissen, was richtig ist. Viele haben ihre Unzufriedenheit mit der Welt im Außen, manche haben die Unzufriedenheit mit sich selbst, wenige haben ihre Wunde gezeigt. Und doch hat jede Begegnung diese Freud. wie leidvolle Reise bereichert. Schließlich wurden in Berlin die Parteizentralen am Tag der Bundestagswahl auf dem Weg des geringsten Widerstandes bis zum Schlusspunkt am Reichstag mit dem Weg des geringsten Widerstandes und seiner unterwegs gewonnenen Aufladung konfrontiert. Ich darf mich bei vielen Menschen bedanken, die diese Reise voller einzigartiger Momente mit vielen Geschenken haben möglich werden lassen. So hat Astrid H. meine Höhen und Tiefen während dieser fast vierwöchigen Reise mit ihrer Sanftmut und Gelassenheit ausgeglichen, Achim K. und Frauke S. haben so viele Kilometer aus Liebe zu dieser ungewöhnlichen Reise dokumentierend auf sich genommen. Helm van H. hat im Hintergrund mit großer Fürsorge für ruhiges Fahrwasser und friedvolle Ruheplätze gesorgt. Die Liste vieler edler Spender von Anzug, Krawatte, Schuhen, Übernachtungen und Proviant ist noch unvollständig, allen voran sei aber schon mal gesagt, dass ohne Dirk S. und seine Frau E., viele Übernachtungen nicht möglich gewesen wären. Die Bau- und Siedlungsgenossenschaft für den Kreis Herford e.V. hat den Reiseproviant übernommen. Viele unvorhergesehene Dinge konnten unterwegs ausgeglichen werden durch Beiträge von Johannes S., Jörg van den B., An S., Nicole S., Wolfgang S. und Familie Stenzel aus Kreuzberg (Westfalen), Takko-Tina und die wunderbaren Feen LaMara und Mareike. Kathrin G. hat sich um alles Familiäre gekümmert in meiner Abwesenheit, dafür danke ich auch Dir. Ohne meinen ungewöhnlichen und über alle Maßen geschätzten Weggefährten Dirk T. hätte ich die langen Etappen von 30 Kilometern nicht geschafft. Die letzten Kilometer wurden beflügelt, durch die Nachricht, dass wohl ein Buch über diese fantastische Reise in die deutsche Seele erscheinen wird, und in Berlin haben Henrik M. und Ekaterina K. für viel frohen Mut gesorgt. Ich ziehe meinen Hut vor allen Menschen, die die Gelegenheit genutzt haben, sich persönlich und oft unfreiwillig wie spontan die Frage haben gefallen lassen, welchen Weg im Leben sie bisher gegangen sind und ob sie diesen Weg wirklich weiter gehen wollen und darüber feststellen konnten, dass wie auch immer die Entscheidungen ausfallen, diese von Menschen nach bestem Wissen und Gewissen getroffen werden können, unabhängig von Gesundheitsstatus, Gesinnung, Lebenseinstellung und politischer Haltung.